Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 32/2020 - 27.04.2020
Solidarisch ist man nicht alleine

1. Mai: Zeichen für mehr Solidarität – gegen soziale Ungleichheit ankämpfen

„Solidarisch ist man nicht alleine“: Das ist das Motto des DGB zum diesjährigen 1. Mai. „Solidarität ist gerade in der aktuellen Krise wichtig“, sagt Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg. „Wir erleben viel Rücksichtnahme und nachbarschaftliche Hilfe, in den Gewerkschaften streiten wir gemeinsam für einen guten Weg durch die Krise, der Sozialstaat ist handlungsfähig.  Es darf aber nicht übersehen werden, dass die Krise bestehende soziale Ungleichheiten verschärft.“

Schon vor einigen Wochen hat der DGB die Entscheidung getroffen, dass es keine Kundgebungen und Demonstrationen zum Tag der Arbeit geben wird. Auch für die Gewerkschaften gilt: Mit Anstand Abstand halten. „Der Tag der Arbeit wird dieses Jahr vor allem im Netz stattfinden, deshalb zeigt der DGB am 1. Mai einer bundesweiten Live-Sendung die Stärke der Gewerkschaften vor Ort“, so Hoßbach.

Am 1. Mai und in den Tagen davor gibt es auch in Berlin und Brandenburg statt großer Kundgebungen kleine Aktionen. So werden Ehrenamtliche mit Sprühkreide in Wohnvierteln das Mai-Motto mit Sprühkreide auf Gehwegen sichtbar machen, beispielsweise in Cottbus, Eberswalde, Schwedt, Hennigsdorf und in Berliner Bezirken.

Am Brandenburger Tor werden die Vorsitzenden der Gewerkschaften in Berlin und Brandenburg in einer kurzen symbolischen Aktion mit Abstand das Motto des DGB zum 1. Mai „Solidarisch ist man nicht alleine“ zeigen.

Ein zentraler Programmpunkt wird die große Livesendung zum 1. Mai sein: Künstlerinnen und Künstler, Prominente, Talks, Mitmach-Aktionen und ein großer Rundblick durch die Bundesrepublik zeigen von 11-14 Uhr , wie bunt und vielfältig der 1. Mai in diesem Jahr trotz Corona ist. Dabei kommen alle Branchen, Gewerkschaften und Bundesländer zu Wort. Durch die Sendung wird u. a. Katrin Bauerfeind führen; Pop-Acts wie Mia, Konstantin Wecker oder die Singer-Songwriterin Sarah Lesch bringen den Tag der Arbeit zum Klingen.

Der DGB fordert zum 1. Mai, konsequenter gegen soziale Schieflagen vorzugehen: „Die Hauptlast tragen aktuell Menschen in Berufen, die nicht angemessen bezahlt werden. Das Etikett systemrelevant darf nicht nur eine neue Spielart der Wertschätzung der Altenpflegerin in Sonntagsreden sein, der keine Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Einkommen folgt. Die Lockerungen von Arbeitsschutzbestimmungen sind für diese Menschen ein Schlag ins Gesicht – mehr als 60 Wochenstunden kann niemand leisten, ohne selbst krank zu werden.“ Von den Arbeitgebern fordert der DGB, das Kurzarbeitergeld tariflich aufzustocken. „Wenn die Unternehmen von den Sozialbeiträge bei Kurzarbeit entlastet werden, muss das auch bei den Beschäftigten ankommen. Viele müssen sonst zum Amt und Aufstocken, bevor nach einem halben Jahr die gesetzliche Erhöhung auf 80 Prozent vom Netto greift“, sagt der DGB-Bezirksvorsitzende.

Der DGB-Livestream läuft am 1. Mai, 11-13 Uhr, auf www.dgb.de/erstermai.


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