Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 59/18 - 24.09.2018
Zukunft Lausitz 4.0

Gewerkschaften diskutieren über Gestaltung des Strukturwandels

Gute Arbeit und die Gestaltung des Strukturwandels – darum geht es den Gewerkschaften auf der 14. Lausitzkonferenz am 1. Oktober. Unter dem Titel „Zukunft Lausitz 4.0“ diskutieren Gewerkschafter und Betriebsräte aus der Region unter anderem mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze, DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell, dem neuen Brandenburger Wirtschaftsminister Prof. Jörg Steinbach sowie Dr. Dirk Orlamünder, Abteilungsleiter aus dem Sächsischen Wirtschaftsministerium. Einleitend präsentieren die regionalen Gewerkschaftsspitzen von IG BCE, IG Metall und Verdi ihre Forderungen.

Mit der Lausitzkonferenz wollen die Gewerkschaften den Anspruch der Beschäftigten auf verlässliche Zukunftsperspektiven und einen fairen Strukturwandel unterstreichen und dem Thema Arbeit eine Stimme geben. „Wir fordern eine vorausschauende Strukturentwicklung, die Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze sichert“, sagt Christian Hoßbach, DGB-Vorsitzender für Berlin und Brandenburg. „Wir wollen der Bundesministerin und den Landespolitikern unsere Erwartungen an die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung mit auf den Weg geben. Die öffentliche Debatte geht zu oft über die Köpfe der Menschen hinweg. Auf der Lausitzkonferenz werden endlich auch diejenigen zu Wort kommen, die sich am besten mit dem Potential der hiesigen Wirtschaft auskennen: die Betriebsräte. Sie können als Ideengeber aus der Region eine wichtige Rolle spielen.“

„Die Lausitz steht zum zweiten Mal vor einem Strukturbruch“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des DGB Bezirks Sachsen Anne Neuendorf. „Dabei sind die Auswirkungen des ersten noch nicht bewältigt. Es geht hier nicht nur um die Arbeitsplätze der Beschäftigten in der Kohleförderung und -verstromung, sondern dieser Wandel hat Auswirkungen tief in regionale Wirtschaftskreisläufe. Wir wollen eine Strukturentwicklung statt eines Strukturbruchs.“ Ausstiegsforderungen ohne Konzept lehnt der DGB ab. „Die Lausitz braucht eine wirtschaftliche Zukunft“, so Hoßbach. „Und energiepolitisch müssen Versorgungssicherheit und bezahlbare Kosten für Bevölkerung und energieintensive Industrien geklärt werden“.

Die Gewerkschaften weisen auf 8.000 direkt und 20.000 indirekt betroffene Arbeitsplätze in Tagebau, Verstromung und Energieverteilung hin. Über Zukunftsperspektiven werden Betriebsräte in drei thematischen Arbeitsgruppen zu Wachstums- und Innovationsthemen am Beispiel der wichtigen Branchen Bahnindustrie und Erneuerbare Energien/Elektromobilität sowie allgemein über Innovationsstrukturen diskutieren. Beschäftigte und Betriebsräte haben ein hohes Innovationspotential und wollen am Zukunftskonzept mitarbeiten.

Einladung und Programm: https://tinyurl.com/ycb9sx78

 


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