Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 18/18 - 16.03.2018

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sollte eine Selbstverständlichkeit sein!

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen stagniert in Deutschland seit Jahren bei 21 Prozent. Somit fällt der bundesweite Equal-Pay-Day - also jener Tag im Jahr, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern statistisch unbezahlt arbeiten – auch in diesem Jahr wieder auf den 18. März. Dazu erklärt der Bezirksvorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Christian Hoßbach:

„Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass für die gleiche Arbeit der gleiche Lohn gezahlt wird. In Berlin erhalten Frauen jedoch auch im Jahr 2018 noch durchschnittlich 13 Prozent und in Brandenburg drei Prozent weniger Lohn als Männer. Von einer Gleichstellung der Geschlechter kann noch lange nicht die Rede sein.

Mindestens so wichtig ist es, die bestehenden strukturellen Ungleichheiten anzugehen. Die ungleiche Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern ist eine der Hauptursachen für die Entgeltlücke – Frauen leisten deutlich mehr unbezahlte Sorgearbeit, beispielsweise in der Kindererziehung oder bei der Pflege von Angehörigen und arbeiten daher häufiger in Teilzeit- und geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. Dadurch haben sie weniger im Portemonnaie und ein höheres Risiko für Altersarmut.

Gehandelt werden muss in Betrieben und auch durch Gesetze:

Ausreichend verfügbare und kostenfreie Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie ein gesetzlich gesichertes Rückkehrrecht von Teilzeit- auf Vollzeit sind unabdingbar. Zudem ist bekannt, dass Tarifverträge der geschlechtsspezifischen Lohndiskriminierung entgegenwirken. Eine leichtere Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen ist somit auch gleichstellungspolitisch geboten.

Die DGB-Gewerkschaften machen sich für eine Aufwertung der Pflege- und Erziehungsberufen stark. Eine bessere Bezahlung in diesen Branchen würde den mehrheitlich weiblichen Beschäftigten zugutekommen. Die Landesregierungen sind hier als Arbeitgeber in der Pflicht der Lohnungleichheit entgegenzuwirken.“


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Nina Lepsius

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