Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 29/2017 - 25.10.2017

Umzug des DGB Berlin-Brandenburg

Am Freitag, 27. Oktober 2017, geht am Berliner Wittenbergplatz eine Gewerkschafts-Ära vorerst zu Ende. Der DGB Berlin-Brandenburg zieht nach 53 bewegten Jahren aus dem Gewerkschaftshaus in der Keithstraße aus, welches anschließend zum Abriss freigegeben wird. An selber Stelle wird ein moderner Neubau entstehen, in dem die DGB Bundeszentrale, der Bezirk Berlin-Brandenburg sowie die bisherigen gewerkschaftsnahen Mieter des Gewerkschaftshauses ab 2020 wieder ihren Platz finden werden. Das Haus ist mit der Geschichte der Berliner und Brandenburger Gewerkschaftsbewegung eng verbunden. Der DGB Berlin-Brandenburg wird für die Bauzeit ein Übergangsquartier am Kapweg 4 in Berlin-Wedding beziehen.

Dazu erklärt die Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Doro Zinke: „Wir freuen uns darauf, die Geschichte des DGB Berlin-Brandenburg bald in einem neuen Gewerkschaftshaus am Berliner Wittenbergplatz fortschreiben zu können. Der DGB stellt damit die Weichen für die Zukunft. Für die kommenden Herausforderungen und den weiteren Kampf für gute Arbeit sind wir gut aufgestellt.“

 

Zum Hintergrund:

Historische Schlaglichter auf die Geschichte des Gewerkschaftshauses in der Keithstraße

  • Am 23. August 1961 erfolgte die Grundsteinlegung des neuen Gewerkschaftshauses unter dem demonstrativen Motto „Der Deutsche Gewerkschaftsbund steht zu Berlin“, wenige Tage nach der Errichtung der Berliner Mauer. Die Festreden hielten der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin Willy Brandt und der DGB Bundesvorsitzende Willi Richter. Sie sind geprägt vom frisch angelaufenen und vom DGB mit initiierten S-Bahn Boykott, sowie der Solidarität mit den in Westberlin verbleibenden Grenzgängern.

  • Die Einweihungsfeier des Gewerkschaftshauses erfolgt am 5. Mai 1964 mit Reden des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Willy Brandt und des DGB Bundesvorsitzenden Ludwig Rosenberg, der das Haus zum „Schutz und Trutzburg der Freiheit“ ernennt. Als Vision für das Haus gilt, dass hier in einem Wiedervereinigten Deutschland der DGB Landesbezirk Berlin-Brandenburg seinen Platz haben soll.

  • Am 18. Januar 1969 wird das Gewerkschaftshaus Schauplatz von Auseinandersetzungen mit der APO, bei denen Scheiben des Gewerkschaftshauses zu Bruch gehen. Im Vorjahr hatte sich der DGB Berlin Vorsitzende Walter Sickert mit klaren Worten gegen die Revolution ausgesprochen: „Revolution führt zu nichts, sie stürzt uns ins Chaos. Was nottut, sind tiefgreifende Reformen an Haupt und Gliedern unserer Gesellschaft.“

  • Nach dem Mauerfall fand ab 1991 der neu gegründete DGB Landesbezirk Berlin-Brandenburg seinen Sitz im Gewerkschaftshaus in der Keithstraße. Vorausgegangen waren Austausche mit Gewerkschaften der Sowjetzone im Zuge der Entspannungspolitik, sowie nach der Wende Hilfestellungen und Beratungsausschüsse für die ehemaligen Ost-Gewerkschaften.
     

Für weiteres Bildmaterial und Hintergrundinformationen steht die Pressestelle des DGB Berlin-Brandenburg gerne zur Verfügung.

 


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Ansprechpartnerin Presse

Nina Lepsius

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