Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 49/2020 - 30.06.2020
DGB zur Rentenanpassung am 1. Juli

Gute Löhne bringen gute Renten – umlagefinanzierte gesetzliche Rente bietet Schutz – 800 Millionen zusätzliche Nachfrage für Berlin und Brandenburg

Gute Löhne bringen gute Renten: Das gilt konkret für die jährliche Rentenanpassung zum 1. Juli, mit der die Renten in den ostdeutschen Ländern um 4,2 Prozent und im Westen um 3,45 Prozent steigen werden. Die Anhebung folgt der guten Entwicklung der Bruttolöhne im Jahr 2019. „Die Rentenanpassung ist vor allem für Ostdeutschland eine gute Nachricht“, sagt Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg. „Der überragende Großteil der Alterseinkommen stammt im Osten aus der gesetzlichen Rente; Betriebsrenten und Riesterverträge haben hier nur  wenige Menschen.“ Deshalb sei auch die Stabilisierung des Rentenniveaus unverzichtbar.

Hoßbach betont die Bedeutung der umlagefinanzierten gesetzlichen Rente: „Die gesetzliche Rente bietet Schutz im Alter, von Kursstürzen an der Börse ist sie nicht betroffen. Seit der großen Finanzmarktkrise ist das Bewusstsein dafür gestiegen, dass die Umlagefinanzierung nicht überholt, sondern gegenüber der Risiken des Kapitalmarkts das bessere Modell ist. In der jetzigen Krise ist auch die nachfragesteigernde Wirkung dieser Rentenanpassung nicht zu unterschätzen. Die Renten werden in unserer Region im Durchschnitt um gut 40 Euro steigen, das sind bei 1,8 Millionen Rentnerinnen und Rentnern in Berlin und Brandenburg  etwa  800 Millionen Euro zusätzliches Einkommen im Jahr, das in den Wirtschaftskreislauf zurückfließen kann.“

Eine gute Rente ist von guten Arbeitseinkommen  abhängig , sagt der DGB-Bezirksvorsitzende: „Nur mit guten Einkommen sind Beschäftigte dazu in der Lage, ausreichende Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen und entsprechende Anwartschaften erwerben können. Dafür brauchen wir mehr Tarifbindung und eine Eindämmung des Niedriglohnsektors – auch durch Mindestlöhne, die später eine Rente oberhalb der Grundsicherung ermöglichen.“

Grundlage der Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung: Im Jahr 2019 stiegen die Bruttolöhne im Westen um 3,28 Prozent, im Osten um 3,83 Prozent. Der nochmals deutlichere Sprung im Osten bei den Renten liegt an der stufenweisen Angleichung des Rentenwerts bis 2025.

Für umfassenderes Material verweisen wir auch auf den Anfang des Jahres veröffentlichten DGB—Rentenreport für Berlin und Brandenburg, (s. PDF).


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