Deutscher Gewerkschaftsbund

07.10.2014
Weltweiter Tag für menschenwürdige Arbeit

44% der Arbeitnehmer fühlen sich ausgebrannt

Arbeitshetze, Arbeitsverdichtung und die Forderung der Konsumgesellschaft nach einer Rund-um-die-Uhr-Versorgung haben einen hohen Preis: 44% aller laut DGB-Index Gute Arbeit befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fühlen sich nach Feierabend ausgebrannt. Die Krankenkassen berichten seit langem über die Zunahme von Arbeitsunfähigkeit durch psychische Belastungen. Burnout droht zur Volkskrankheit zu werden, so Doro Zinke, Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg. Anlässlich des weltweiten Tages für menschenwürdige Arbeit, ausgerufen vom Internationalen Gewerkschaftsbund, unterstrich Zinke die Forderung nach einer Anti-Stress-Verordnung zum Schutz vor psychischer Überlastung am Arbeitsplatz. Nur ein Drittel aller Betriebe kümmerten sich um krankmachende Arbeitsbedingungen. Durch Vorsorge und gezielte Gesundheitsprogramme ließen sich die Produktionsausfälle durch Arbeitsunfähigkeit, die allein in der Region Berlin und Brandenburg bei rd. zwei Mrd. Euro pro Jahr lägen, erheblich reduzieren.

Spätestens seit der Novelle des Arbeitsschutzgesetzes im Jahre 2013 müssen psychische Gefährdungen am Arbeitsplatz mit Hilfe einer Gefährdungsbeurteilung konkret für die Situation im Betrieb ermittelt werden. Damit die Schutzpflichten auch umgesetzt werden, sollten auch die Mitbestimmungsrechte des Betriebs-bzw. Personalrats bei der menschengerechten Arbeitsgestaltung erweitert werden. Gemäß der Grundpflichten im Arbeitsschutzgesetz müsse der Arbeitgeber regelmäßig die Maßnahmen zum Gesundheitsschutz überprüfen und diese an Veränderungen anpassen. Zinke forderte die Arbeitsschutzbehörden und die Präventionsdienste der Unfallversicherungsträger auf, die Arbeitgeber gezielt zu beraten und damit zur spürbaren Verbesserung des Arbeitsschutzes zu aktivieren. Wer Fachkräfte halten wolle, müsse auch für gesunde Arbeitsbedingungen im Unternehmen sorgen, so die DGB-Vorsitzende.


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