Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 21/2020 - 27.03.2020
Corona-Krise: Landwirtschaft in Brandenburg

Erntehelfer: DGB und IG BAU fordern Durchsetzung arbeitsrechtlicher Standards in der Landeswirtschaft

DGB und IG Bauen-Agrar-Umwelt warnen vor einem Aufweichen des Mindestlohns für Erntehelfer, die jetzt geworben werden.

Der Mindestlohn gelte uneingeschränkt auch für Saisonarbeit in der Landwirtschaft. Akkordlöhne seien erlaubt, dürften aber nicht zu einem Verdienst von unter 9,35 Euro führen. Der DGB hat sich mit einem Offenen Brief mit dem Betreff "Landwirtschaft und Gute Arbeit" an Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel gewendet.

Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg:

„Die Sicherstellung der Ernte und damit die Versorgung der Bevölkerung liegt natürlich auch den Gewerkschaften am Herzen. Gerade in der angespannten Lage darf aber nicht der geringste Zweifel entstehen, dass Arbeits- und Sozialstandards eingehalten werden. Der Mindestlohn ist keine Verhandlungssache, das muss die Politik auch öffentlich klar sagen. Leider hat die Bundeslandwirtschaftsministerin hier Unsicherheit aufkommen lassen, Brandenburg sollte hier klarer kommunizieren - und handeln. Die unterste Haltelinie von 9,35 Euro pro Stunde muss jetzt vom Zoll kontrolliert und durchgesetzt werden. Brandenburg braucht keinen Spargel, der zu illegalen Löhnen gestochen wurde.“

Nikolaus Landgraf, Regionalleiter Berlin-Brandenburg der IG Bauen-Agrar-Umwelt:

„In der jetzigen Krise sollten wir Gemeinsamkeit nach vorn stellen - aber zu fairen Bedingungen und mit guter Arbeit. Die Beschäftigten sollten ihre Arbeitszeit aufschreiben, um Belege zu haben, falls es Probleme gibt. Bei Anzeichen von Betrug können sie sich an die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls werden, Gewerkschaftsmitglieder bekommen bei uns Rat und Unterstützung. Neben dem Verdienst müssen auch die hygienischen Bedingungen stimmen: Sammelanfahrten in voll besetzten Kleinbussen sind jetzt ebenso tabu wie fehlende Gelegenheiten zum Händewaschen.“


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