Deutscher Gewerkschaftsbund

19.10.2021
Industriepolitik/Berlin

DGB, IG BCE und IG Metall: Allianz für faire Transformation

Dekade industrieller Erneuerung Berlins jetzt starten

INDUSTRIEENTWICKLUNG IN BERLIN * (PDF, 433 kB)

Ergebnispapier des Steuerungskreises Industriepolitik beim Regierenden Bürgermeister von Berlin am 24. Juni 2021

Klimawende und Transformation werden die Lebens- und Arbeitsweisen der Berlinerinnen und Berliner fundamental verändern. „Diesen Wandel überlassen wir weder der Politik noch den Unternehmen. Hier erweitern wir unser Mandat und werden diesen Wandel mitgestalten“, sagte Jan Otto. Für mehr Einfluss haben sich DGB, IG BCE und IG Metall in Berlin zu einer Allianz für eine faire Transformation zusammengeschlossen. 

Ziel ist es, die politischen Rahmenbedingungen im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu verbessern. Marktwirtschaft ja, aber sie muss wieder sozialere Züge annehmen. Hierfür sollten Politik, Unternehmen und Gewerkschaften gemeinsam die Verantwortung übernehmen. Denn die Herausforderungen der Transformation brauchen mehr Kooperation, Planung und Steuerung.

„Wir brauchen eine Dekade der industriellen Erneuerung“, sagte Stephanie Albrecht-Suliak, stellvertretende Landesbezirksleiterin der IG BCE, Landesbezirk Nordost. Für die Gewerkschaften ist ein funktionierendes Gesundheitswesen systemrelevant – für die Gesundheit der Menschen und für das Funktionieren der Wirtschaft. Ferner braucht es eine sektorübergreifende und mit dem Bundesland Brandenburg abgestimmte Mobilitäts- und Energiewende, genauso die Entwicklung einer Wasserstoffstrategie und ihrer Umsetzung in Berlin.

Schließlich muss der Senat den Wohnungsmangel und die Not der Mieterinnen und Mieter lösen. Mieter und Industrie dürfen hier jedoch nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Die Wohnungsnot muss so gelöst werden, dass sie nicht zu Lasten der Industrieflächen geht. Diese werden gebraucht, denn wir benötigen eindeutig mehr industrielle Wertschöpfung in der Stadt“, sagte Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin.

"Klimawandel und digitale Transformation verändern nicht nur die nachgefragten Produkte, sondern auch die Art und Weise, wie diese produziert werden. Die Transformation ist eine beschäftigungspolitische Herausforderung, auf die wir sozialverträgliche Antworten geben wollen“, ergänzte Albrecht-Suliak. 

Senat und Unternehmen sollten darum sowohl die Produktion stärken als auch gute Bedingungen schaffen für die Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten. Denn in diesem Wandel stecken Chancen für die Berliner Industrie. „Sie zu realisieren und den Kernbereich der Produktion zu stärken, muss in den nächsten Jahren noch stärkere Priorität haben“, sagte Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburgs. Seine Forderung an den Senat: „Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderung müssen sich auf die konkreten betrieblichen Bedarfe einstellen und bereit sein, ihre vorhandenen Strategien und Instrumente entsprechend weiterzuentwickeln.“

Die Industriepolitik muss deshalb Chefsache bleiben, beziehungsweise Chefinnensache werden, sagen die Gewerkschaften. Der bestehende Steuerungskreis Industriepolitik müsse zu einem Beirat Transformation umgewandelt und die erfolgreiche Zusammenarbeit von Senat, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften fortgesetzt werdenM BCE und IG Metall vor.

DGB, IGB BCE, IG Metall – Allianz für eine faire Transformation

Für Rückfragen: christian.hossbach@dgb.de 


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