Deutscher Gewerkschaftsbund

28.03.2023
Forderung an Wegner und Giffey: Wer Fachkräfte haben will, muss ausbilden!

Berliner Ausbildungsumlage muss Senatspolitik werden!

Offener Brief an die Verhandlungsparteien zur Senatsbildung

Offener Brief an die Parteivorsitzenden der Verhandlungsparteien zur Bildung eines Berliner Senats 2023-2026

Betriebs- und Personalrät*innen sowie Jugend- und Auszubildendenvertretungen unterstützen die Einführung einer Berliner Ausbildungsumlage.

Wer Fachkräfte haben will, muss ausbilden! Diese schlichte Wahrheit muss endlich auch in Berlin beherzigt werden. Seit vielen Jahren wurde vor einem demografisch bedingten Fachkräftemangel gewarnt, dennoch ist seit 2006 die Zahl der Auszubildenden in den Berliner Unternehmen um 30% gesunken. Und das, obwohl in den 10 Jahren vor Corona die wirtschaftliche Entwicklung in Berlin hervorragend war und viele Berliner Unternehmen sehr gut verdient haben. Jetzt ist die Klage über fehlende Fachkräfte groß!

Wir sind davon überzeugt, dass nur diejenigen Wirtschaftsregionen erfolgreich durch die Energie-, Mobilitäts- und Technologie-Wende kommen, die eine Antwort auf den zunehmenden Fach- und Arbeitskräftemangel finden.

Unternehmen und ihre Verbände machen es sich zu leicht, wenn sie die Schuld an Schulen, Eltern und letztlich an die Jugendlichen abschieben. Es liegt auch an den Betrieben, vor allem an den fast 90% der Berliner Betriebe, die NICHT ausbilden. Das muss sich ändern!

Wir brauchen mehr und bessere Ausbildung. Aus der Verantwortung heraus, jungen Menschen den Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen und um den Bedarf an qualifizierten Fachkräften decken zu können. Nur eine gute Ausbildung ist attraktiv.

Im vergangenen Jahr hat es seit langer Zeit wieder eine vertiefte inhaltliche Debatte über die Einführung einer Ausbildungsumlage gegeben. Die positiven Erfahrungen aus der Bauwirtschaft und den Innungen haben gezeigt, dass eine Ausbildungsumlage ein wichtiges Instrument für eine nachhaltige Ausbildungsquote und mehr Ausbildungsqualität ist. Sie funktioniert!

Wir, Betriebs- und Personalrät*innen sowie Jugend- und Auszubildendenvertretungen, unterstützen deshalb gemeinsam mit unseren Gewerkschaften die Einführung einer Berliner Ausbildungsumlage und fordern Sie, Herr Wegner und Frau Giffey auf, daran festzuhalten!

Die Eckpunkte zur Umlage sind eine gute Grundlage, um endlich in eine sachliche Debatte über die konkrete Umsetzung einzusteigen. Dabei sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Eine gesetzliche Umlage für alle Betriebe ist gut, eine tarifvertragliche Branchenlösung, wie in der Bauwirtschaft, ist besser. Die gesetzliche Umlage sollte für alle Betriebe gelten, für deren Branche es bis zu einem Stichtag keine allgemeinverbindlichen Tarifverträge für ein Umlageverfahren zwischen den jeweils zuständigen Arbeitgeberverbänden und der DGB-Gewerkschaft gibt.
       
  • Alle Betriebe, außer Soloselbständige, sollen in die Umlage einbezogen werden, denn alle sind auf Fachkräfte angewiesen. Ausbildende Betriebe werden durch eine Teilerstattung ihrer realen Ausbildungskosten entlastet. Eine pauschale Erstattung würde nicht tarifgebundene Unternehmen bevorteilen.

 

 


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