Deutscher Gewerkschaftsbund

08.07.2009

Band für Mut und Verständigung 2009

Klaus Wowereit, der die Laudatio hielt und die Preise überreichte, sprach sich in seiner Rede erneut sehr deutlich für ein Verbot der rechtsextremen NPD aus: „Seit Neonazis in den Landtagen und Stadträten sitzen, zeigen sie verstärkt Gesicht und versuchen, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit wieder salonfähig zu machen. Neben der geistigen Brandstifterei schlagen sie aber auch immer öfter zu. So sind die rechtsextremistischen Gewalttaten insgesamt wieder deutlich angestiegen. Dem müssen wir als Zivilgesellschaft uns mit aller Entschiedenheit entgegenstellen! Doch neben dem Widerstand der Zivilgesellschaft, muss hier auch die ganze Härte des Gesetzes spürbar werden. Eine wehrhafte Demokratie muss bereit sein, etwas zu tun!“ Wowereit betonte weiter in seiner Rede, dass Mut, Einsatz und Zivilcourage des einzelnen Bürgers wichtige Instrumente im Kampf gegen Intoleranz, Ausländerfeindlichkeit und Gewalt in unserer Gesellschaft sind. „Wo immer Menschen sich einsetzen und Zivilcourage zeigen, entstehen Beispiele, die anderen zeigen, dass Zivilcourage erlernbar ist. Dabei wird die Botschaft vermittelt: Jeder kann etwas tun! Dieser Aufstand der Engagierten soll heute hier prämiert werden.“

Die diesjährigen PreisträgerInnen sind:

Frau Sandra Caspers aus Pankow Heinersdorf

Frau Sandra Caspers lebt seit 10 Jahren mit ihrer Familie in Pankow Heinersdorf, das erstmalig vor drei Jahren aufgrund eines geplanten Moscheebaus und der Reaktion der Anwohner darauf in die Schlagzeilen geriet. So gingen die Moscheegegner sehr aggressiv vor und scheuten sich auch nicht, die Unterstützung der Rechten, wie NPD und Republikaner, anzunehmen. Frau Caspers gründete daraufhin gemeinsam mit anderen die Initiative „Heinersdorf öffne dich“, die mit einer öffentlichen Plakataktion, Informationsständen, Dialogangeboten und Workshops trotz persönlicher Angriffe ein positives Zeichen FÜR Heinersdorf setzte. Kurze Zeit später initiierte Sandra Caspers eine Zukunftswerkstatt, im Nov. 2007 dann eine dreitägige Zukunftskonferenz für den Ort. Deren wichtigstes Ergebnis war die Gründung eines Bürgervereins, in dem Frau Caspers Vorstandsvorsitzende ist. Seitdem setzt sie sich mit all ihrer Energie, die ihr neben Beruf und Familie noch bleibt, für die Gestaltung Heinersdorfs und einen vernünftigen Umgang miteinander ein.

Die Frauen des Bewohnertreffs „KaffeeKlatsch e.V.“ aus Berlin Schöneberg

Bewohnerinnen der Wohnanlage Pallassstraße / Potsdamer Straße betreiben seit sieben Jahren ehrenamtlich den Treffpunkt „KaffeeKlatsch e.V.“ und leisten damit einen großen Beitrag zur positiven Veränderung eines ehemaligen sozialen Brennpunktes Berlins.

Allein durch ihre Präsenz konnte das Sicherheitsgefühl in dem Quartier erheblich gesteigert werden, wodurch sich auch die Mieter wieder wohler fühlten. Neben dem täglichen Cafébetrieb organisieren die Frauen des „KaffeeKlatsch“ regelmäßige Deutsch-, Näh- und Handarbeitskurse, aber auch Grillabende, Trödelmärkte und Feste.

F.E.T.E. – Jugendbündnis „Für ein tolerantes Eberswalde“ aus Eberswalde

Das Jugendbündnis „F.E.T.E. – für ein tolerantes Eberswalde“ gründete sich im Oktober 2007. Eine alternative Gegenkultur im politischen und kulturellen Raum sollte aufgebaut u andere Jugendliche, die häufig eher unpolitisch und schwer zu mobilisieren sind, gewonnen werden. Dafür machte F.E.T.E. Aufrufe an Eberswalder Schulen, veranstaltete Videoabende zum Thema Rechtsextremismus mit anschließender Diskussion und organisierte im Vorfeld der Kommunalwahlen Diskussionsrunden mit Kandidaten verschiedener Parteien zu jugendpolitischen Themen. 2008 veranstalteten sie die 1. „F.E.T.E. – Fete“, ein Festival mit Konzerten und Workshops, das sich an die Jugend in Eberswalde und Umgebung richtete. Die circa 12 Mitglieder des Jugendbündnisses treffen sich regelmäßig, tauschen sich über die Aktivitäten und Entwicklungen der Rechten aus und planen neue Aktionen

Mit Sonderpreisen würdigte die Jury die langjährige aktive Arbeit des Hennigsdorfer Ausländerbeirates, der sich weit über die üblichen Aktivitäten einer solchen Institution hinaus engagiert sowie die noch sehr junge Templiner Jugendinitiative in Zusammenarbeit mit Pfarrer Ralf Günter Schein.

Hennigsdorfer Ausländerbeirat

Der Hennigsdorfer Ausländerbeirat (HAB) wurde 1998 gegründet. Er besteht aus fünf Mitgliedern, die aus vier verschiedenen Nationen kommen. Den Schwerpunkt seiner Arbeit bildet die Vertretung der Interessen der Migranten auf der kommunalen Ebene sowie die Förderung eines gleichberechtigten Miteinanders von Einheimischen und Zuwanderern.
Mittlerweile gilt der Ausländerbeirat der Stadt Hennigsdorf als das Bindeglied zwischen der einheimischen und der zugewanderten Bevölkerung und hat durch vielzählige Projekte, Initiativen und Maßnahmen (u. a. Aufbau eines Nachbarschaftstreffs, internationales Fußballturnier, interkulturelles Weihnachtsfest) entscheidend zu einer toleranten Atmosphäre in der Stadt beigetragen.

Die Templiner Jugendinitiative und Pfarrer Ralf-Günter Schein

Templin geriet 2008 durch den von zwei Neonazis verübten Mord an einem Obdachlosen bundesweit in die Schlagzeilen. Während der Bürgermeister Templins nach der Tat feststellte, die Stadt habe kein Problem mit Rechtsextremismus, wendete sich Pfarrer Ralf-Günter Schein ganz klar gegen eine solche Verdrängung des Problem, wofür er teilweise deutliche Kritik aus Gemeinde, Bevölkerung und Stadtpolitik erfuhr. Die drei Jugendlichen Justus Blümel, Patrick Telligmann und Caroline Daun gründeten die „Templiner Jugendinitiative“ und organisierten im September 2008 ein Demokratiefest auf dem Marktplatz der Stadt unter dem Motto „Demokratie stärken – Rechtsextremismus abwehren“, welches in diesem Jahr zum 2. Mal stattfinden wird.


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