Deutscher Gewerkschaftsbund

24.06.2014

„Band für Mut und Verständigung 2014“ verliehen

Das Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit zeichnete gestern, am 23. Juni 2014, zum 21. Mal Menschen aus Berlin und Brandenburg, die sich mutig für eine tolerante und offene Gesellschaft eingesetzt haben, mit dem „Band für Mut und Verständigung“ aus. Überreicht wurde der Preis vom Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg Dietmar Woidke und von der Vorsitzenden des DGB Bezirk Berlin-Brandenburg Doro Zinke.

In seiner Laudatio in der Potsdamer Staatskanzlei betonte Ministerpräsiden Woidke:, dass die Zivilcourage der Preisträger für Brandenburg und Berlin absolut unverzichtbar sei. Er dankte den Preisträgern sowie auch all jenen, die sich dem Anliegen verschrieben haben und in diesem Jahr nicht geehrt werden konnten: „Nicht alle konnten berücksichtigt werden, doch die wichtigste Siegerin stand von vornherein fest: unsere Demokratie!“ so Woidke.

Das Band für Mut und Verständigung wird seit 1993 vom „Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit“ verliehen. Ministerpräsident Woidke nannte es ein „schönes Beispiel dafür, wie der Schulterschluss zwischen Politik, Gewerkschaften, Kirchen, Verbänden und Vereinen funktionieren kann“. Er würdigte insbesondere den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Berlin-Brandenburg, der die Initiative ins Leben gerufen hatte und bis zum heutigen Tag organisiert.

PM der Staatskanzlei Brandenburg

Kurzdarstellung Bündnis der Vernunft

Band für Mut und Verständigung 2014“

Preisträgerinnen und Preisträger

 

 

Das Bündnis der Vernunft gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit verleiht den Preis in diesem Jahr an:

Christiane Schott und die Bürgerinitiative „Hufeisern gegen Rechts“

für ihr engagiertes Eintreten gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Intoleranz in Berlin Neukölln. Christiane Schott bewies beeindruckend viel Mut und Zivilcourage, in dem sie sich von den Übergriffen der Neonazis auf sie und ihre Familie nicht einschüchtern ließ, sondern stattdessen mit ihrem Fall an die Öffentlichkeit ging im wahrsten Sinne des Wortes „Gesicht zeigte“. Die Anwohner/innen der Hufeisensiedlung entschieden sich daraufhin bewusst dafür, sich gemeinsam gegen rechte Übergriffe zur Wehr zu setzen und Christiane Schott in ihrem Kampf nicht allein zu lassen. Als Bürgerinitiative „Hufeisern gegen Rechts“ positionieren sie sich seit 2012 gegen die Nazi-Umtriebe in der Gegend und mischen sich konstruktiv in die Diskussion um ein in der Nachbarschaft entstehendes Asylbewerberheim ein, damit sich Szenen wie in Hellersdorf nicht wiederholen.

Netzwerk „Deutschkurse für alle!“

dass mit seiner Initiative ein deutliches Zeichen setzt gegen Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen in Not, indem es kostenlose bzw. sehr günstige Deutschkurse für Geflüchtete und Migrant_innen anbietet, denen die Teilnahmen am „regulären“ Kursangebot aufgrund ihres Aufenthaltstitels oder fehlender finanzieller Mittel nicht möglich ist. Mit ihrem hohen ehrenamtlichen Engagement vermitteln die Ehrenamtlichen den Flüchtlingen ein Gefühl von Solidarität und unterstützen sie in ihrem Streben nach Selbständigkeit. Die Kurse leisten einen ganz entscheidenden Beitrag dazu, Isolationen aufzubrechen und eine gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Michael Kurzwelly

der mit der Gründung des Vereins „Slubfurt“ vor 15 Jahren auf kreative Art und Weise einen neuen Raum zwischen Frankfurt (Oder) und Slubice erschuf, in dem er mit phantasievollen und oft auch radikalen Aktionen immer wieder deutlich macht, dass Deutschland und Polen lediglich konstruierte Wirklichkeiten sind, „die Menschen mithilfe ihrer Sinne und der Kommunikation untereinander erst erschaffen“. Der Verein „Slubfurt“ trägt mit zahlreichen grenzübergreifenden Projekten dazu bei, dass Vorurteile abgebaut werden und die transnationale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen gefördert wird. Die anfangs virtuelle aber zunehmend reale Vereinigung von Frankfurt (Oder) und Slubice zu Slubfurt macht Polen und Deutsche vermutlich schneller zu Mitbürger/innen als es viele offizielle Begegnungsprogramme, die so oft nur leere Hüllen sind, vermögen.

Runder Tisch für Ausländer – gegen Gewalt in Spremberg

der sich 1991 nach einem Brandanschlag auf das damalige Asylbewerberheim in Spremberg/Schwarze Pumpe gründete und seitdem dafür sorgt, dass die Stadt ihre Probleme mit einer sehr aktiven rechten Szene nicht mehr ignoriert und unter den Teppich kehrt, sondern stattdessen bewusst damit umgeht. Sie setzten sich dafür ein, dass Asylsuchende in Spremberg Bargeld statt die sogenannte Magazinversorgung und Gutscheine erhalten und unterstützen mit hohem persönlichem Engagement in der Stadt lebende Migrant/innen in vielen Fragen des Alltags, wie z. B. beim Übergang von der Schule ins Berufsleben.

 

Die Sonderpreise gehen in diesem Jahr an:

Gertrud Wagemann

die sich mit ihrer engagierten ehrenamtlichen Arbeit bereits seit vielen Jahren in vielfältigster Weise für den interkulturellen und sozialen Dialog in Berlin und Brandenburg einsetzt. Unter ihren Aktivitäten besonders hervorzuheben sind der aus ihrer Idee und Konzeption heraus entwickelte Interkulturelle Kalender, der seit 1996 erscheint sowie ihr hohes Engagement in der Werkstatt der Religionen und Weltanschauungen.

Literaturclub Campus Efeuweg

in dem sich 12-17 jährige Schülerinnen und Schüler aus über zehn verschiedenen Nationen seit mehr als sechs Jahren mit hohem ehrenamtlichem Engagement für die interkulturelle Verständigung in Berlin-Neukölln einsetzen. Regelmäßig lesen sie in ihrer Freizeit in sozialen Einrichtungen vor und organisieren eigenständig Lesungen und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus beschäftigen sie sich im Rahmen von Theaterprojekten auf kreative Art und Weise mit dem Thema Vorurteile gegenüber anderen Kulturen und Religionen. Gemeinsam mit der Shakespeare Company Berlin probten sie zuletzt das Stück „No Romeo – nix Julia“, um es dann im März unter großer Begeisterung der Zuschauer aufzuführen.


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Band für Mut und Verständigung Präsentation der Preisträger 2014

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