Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 39/13 - 07.10.2013

Psychostress treibt viele Beschäftigte in Frührente

Psychische Erkrankungen nehmen in den Betrieben bundesweit zu, 74 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leiden unter Arbeitshetze; 44 Prozent fühlen sich regelmäßig zum Feierabend hin ausgebrannt. Vor allem die Beschäftigten bei Finanzdienstleistern, im Maschinenbau, den Sozialversicherungen sowie der Energieversorgung spüren starken Druck im Arbeitsalltag.

Anlässlich des weltweiten Tages für menschenwürdige Arbeit des Internationalen Gewerkschaftsbundes warnte die DGB-Vorsitzende von Berlin und Brandenburg, Doro Zinke, Arbeitgeber davor, Arbeits- und Gesundheitsschutz auf die leichte Schulter zu nehmen. Die oben genannten Zahlen aus dem jüngsten DGB-Index „Gute Arbeit“ sprächen eine deutliche Sprache. Zinke verwies darauf, dass bereits 40 Prozent der Frührentner wegen psychischer Belastungen ihr Arbeitsleben beendeten. Insgesamt schlügen die gesellschaftlichen Kosten wegen psychischer Belastungen im Arbeitsleben mit rd. 100 Mrd. Euro pro Jahr zu Buche.

Zinke plädierte für eine Anti-Stress-Verordnung.  Psychische Gefährdungen am Arbeitsplatz müssten mit der Gefährdungsbeurteilung konkret für die Situation im Betrieb ermittelt werden; zudem sollten auch die Mitbestimmungsrechte des Betriebs-bzw. Personalrats bei der menschengerechten Arbeitsgestaltung erweitert werden. Gemäß der Grundpflichten im Arbeitsschutzgesetz müsse der Arbeitgeber regelmäßig die Maßnahmen zum Gesundheitsschutz überprüfen und diese an Veränderungen anpassen. Zinke forderte die Arbeitsschutzbehörden und die Präventionsdienste der Unfallversicherungsträger auf, die Arbeitgeber gezielt zu beraten und damit zur spürbaren Verbesserung des Arbeitsschutzes zu aktivieren.

 


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