Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 57/18 - 17.09.2018
Prekäre Arbeit

Berlin bei befristeten Jobs vorne - DGB fordert Abschaffung sachgrundloser Befristungen

Mehr als die Hälfte der neuen Arbeitsverträge in Berlin sind befristet – für den Deutschen Gewerkschaftsbund macht das deutlich, wie dringlich die Abschaffung von Befristungen ohne Sachgrund ist. „Befristete Beschäftigungsverhältnisse bedeuten für Betroffene ständige Zukunftsangst, drohende Zeiten der Arbeitslosigkeit und oft Verlust von Qualifikationen, sagt Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg. Gleichzeitig seien sachgrundlose Befristungen Gift für eine nachhaltige Fachkräftesicherung.

Hoßbach fordert daher eine zügige Abschaffung von Befristungen ohne sachlichen Grund. „Befristete Jobs sind prekäre Jobs“, sagt der DGB-Bezirksvorsitzende. „Gerade junge Berufstätige schieben die Familiengründung hinaus oder haben Probleme, mit befristetem Arbeitsvertrag eine Wohnung zu bekommen“. Auch zu Weiterbildungen hätten befristet Beschäftigte seltener Zugang, und bei Bildungsurlaub gelte eine Wartezeit. „In einer Arbeitswelt mit steigenden Anforderungen droht der Hälfte der Neueingestellten durch Befristung Dequalifizierung. Das ist irrational und für die Betroffenen ein schwerer Schlag“, sagt Hoßbach.
Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung hatte schon 2016 aufgezeigt, dass befristete Arbeitsverhältnisse ein größeres Armutsrisiko bedeuten und befristet Beschäftigte deutlich seltener Kinder haben.


Quellen:
Befristungsanteil bei Neuverträgen: Betriebspanel Berlin 2017, Ergebnisse der 22. Welle, S. 4 (https://www.berlin.de/sen/arbeit/_assets/weiteres/downloads/betriebspanel_berlin_20170629.pdf)
Eric Seils: Jugend & Befristete Beschäftigung. Eine Auswertung auf Basis aktueller Daten des Mikrozensus. (pdf) WSI-Policy-Brief Nr. 8, Dezember 2016 (https://www.boeckler.de/63056_106171.htm)

 


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