Berlin könnte der Nachwuchs an Beamten für die Feuerwehr, Polizei und andere Teile des öffentlichen Dienstes ausgehen. Diese Gefahr wird beim DGB-Bezirk Berlin-Brandenburg gesehen. „Bis 2017 geht ein Viertel der Beschäftigten in den Ruhestand“, sagte die Bezirksvorsitzende Doro Zinke. „Wie soll Berlin Nachwuchskräfte finden, wenn alle anderen Bundesländer und der Bund deutlich mehr zahlen?“ Während das Einstiegsgehalt im mittleren Dienst in Berlin bei 1.753 Euro brutto liegt, zahlt etwa Hamburg 326 Euro mehr im Monat.
„Berlin ist bundesweit bei der Beamtenbesoldung mit Abstand Schlusslicht“, kritisierte Zinke. Die vom Senat geplante Erhöhung sei unzureichend. „Ein Plus von 2 Prozent im August liegt mindestens 0,2 Prozent unter dem Durchschnitt bei den Erhöhungen in anderen Bundesländern. Und da sind die 3,5 Prozent für die Bundesbeamten in diesem Jahr noch unberücksichtigt.“
Neben den anderen Bundesländern ist der Bund Hauptkonkurrent um Fachkräfte auf dem gemeinsamen Arbeitsmarkt in der Hauptstadt. Der DGB fordert deshalb einen verbindlichen Plan für eine Anpassung an die Bundesbesoldung bis 2017. Dadurch würden die Beamten mit den Tarifbeschäftigten gleichziehen, deren Entgelte bis spätestens 2017 schrittweise an das Niveau der Bundesländer angepasst werden.
„Während die Jahreseinkommen der Beamtinnen und Beamten anderer Bundesländer sowie des Bundes von 2002 bis 2011 zwischen 4,9 und 12,2 Prozent zulegten, lag die Entwicklung in Berlin bei unter einem Prozent“, führte die DGB-Bezirksvorsitzende aus. Im gleichen Zeitraum betrug jedoch die Preissteigerungsrate 16,5 Prozent, so dass die Beamtinnen und Beamten in Berlin enorme reale Einkommensverluste verkraften mussten. Doro Zinke: „Mit der Sparpolitik auf dem Rücken dieser Beschäftigtengruppe muss Schluss sein!“
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