Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 54/18 - 05.09.2018

Sonja Staack (DGB): Mehr Frauen in die Politik, bessere Politik für Frauen

Anlässlich der anstehenden Konferenz „Frauen in die Parlamente“ des Frauenpolitischen Rates Brandenburg fordert der DGB, dass Parlamente und Regierungen auf Landes- und Bundesebene die Interessen von Frauen gleichberechtigt vertreten. „Wir brauchen mehr Frauen in der Politik und bessere Politik für Frauen“, sagt Sonja Staack, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg.

 Regelungen zu Arbeitszeit, Steuern, Sozialversicherung und der Bezahlung mehrheitlich von Frauen ausgeübter Berufe missachteten vielfach noch die Interessen und Lebenslagen von Frauen. „Dass Arbeit mit Maschinen besser bezahlt wird als Arbeit mit Menschen, geringschätzt die Leistung von Frauen, die oft in sozialen Berufen tätig sind,“ sagt Staack. „Dabei liegt die Aufwertung der Sozial-, Erziehungs- und Pflegeberufe zu einem wichtigen Teil auch in der Verantwortung der Bundesländer als Arbeitgeber, Tarifpartner und Auftraggeber freier Träger.“ Als weiteres Beispiel nennt DGB-Bezirksvize Staack die Einkommensteuer. „Das Ehegattensplitting, das nicht Familien, sondern gezielt ungleiche Einkommen der Ehepartner fördert, behindert die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern am Erwerbsleben. Es trägt systematisch zu niedrigeren Einkommen und Renten von Frauen bei und gehört abgeschafft.“ Ein politisches Ärgernis sei es auch, dass ein Recht auf befristete Teilzeit in der letzten Wahlperiode trotz klarer Vereinbarung im Koalitionsvertrag nicht umgesetzt wurde. „Die Große Koalition muss jetzt ihre Altschulden begleichen und die Brückenteilzeit zügig in ein Gesetz gießen“, fordert Staack.

 Der DGB Berlin-Brandenburg ist Mitglied des Frauenpolitischen Rates Brandenburg, der am 8. September 2018 mit der Konferenz „Frauen in die Parlamente“ in Potsdam für eine stärkere Repräsentanz von Frauen in der Politik eintritt.

 


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