Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 05/17 - 31.01.2017

Studie: Minijobber regelmäßig um Mindestlohn geprellt

Zinke (DGB): "Wir brauchen dringend mehr Kontrollen".

Die Hälfte der Minijobberinnen und Minijobber verdiente 2015 weniger als 8,50 Euro die Stunde und damit weniger als den gesetzlichen Mindestlohn. Das ergibt eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. In Berlin und Brandenburg arbeiten über 336.000 Menschen in Minijobs, über 238.000 von ihnen sind ausschließlich geringfügig beschäftigt (Zahlen für Berlin: 210.643/146.718, Brandenburg: 125.966/91.671).

Die DGB-Vorsitzende für Berlin und Brandenburg, Doro Zinke, bezeichnet die Daten als alarmierend. „Der Mindestlohn ist die unterste Haltelinie und muss für alle Beschäftigten durchgesetzt werden. Umgehungen des Mindestlohns kommen leider immer wieder vor - von offener Verweigerung legaler Bezahlung über unbezahlte Überstunden zur Unterschlagung des gesetzlichen Mindesturlaubs ist alles dabei. Die aktuelle Studie ist erschreckend, weil sie das enorme Ausmaß der Lohnbetrugs zeigt. Wir brauchen dringend mehr wirksame Kontrollen durch den Zoll. Wenn der gesetzliche Mindestlohn unterlaufen wird, ist das schlicht illegal.“   

 Der WSI-Studie zufolge verdienten über 50 Prozent der Beschäftigten mit Minijob weniger als 8,50 Euro pro Stunde. 4,8 Prozent der geringfügig Beschäftigten erhielten sogar weniger als 3,50 Euro, 15,3 Prozent einen Stundenlohn zwischen 3,50 Euro und 5,50 Euro. Der DGB rät Minijobberinnen und -jobbern, sich bei Zweifeln an der korrekten Bezahlung und Stundenregelung bei ihrer zuständigen Gewerkschaft zu melden. Im Rahmen einer Mitgliedschaft erhalten sie dort sachkundige Unterstützung zur Durchsetzung des Mindestlohns.

 

Quellen:

Bundesagentur für Arbeit: Geringfügig entlohnte Beschäftigung nach Arbeits- und Wohnort, Juni 2016 (Erstellungsdatum 16. Januar 2017)

https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201612/iiia6/beschaeftigung-sozbe-geb-gem/geb-gem-d-0-201606-xls.xlsx 

 

Toralf Pusch und Hartmut Seifert: Mindestlohngesetz: Für viele Minijobber weiterhin nur Minilöhne

http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_pb_9_2017.pdf

 


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Ansprechpartnerin Presse

Porträt Annika Klose, Bild: DGB/Nina Lepsius

Annika Klose

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