Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 31/18 - 01.05.2018

Tag der Arbeit in Berlin und Brandenburg: mehr als 33.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei DGB-Veranstaltungen für Solidarität, Vielfalt und Gerechtigkeit

Unter dem Motto „Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit“ sind am Tag der Arbeit über 33.000 Menschen in Berlin und Brandenburg auf die Straße gegangen. Allein im Bezirk Berlin-Brandenburg fanden rund um den 1. Mai gut 20 Gewerkschaftsveranstaltungen und Kundgebungen statt. In Berlin gingen rund 14.000 und in Brandenburg gut 19.000 Menschen auf die Straße.

Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg, spricht auf der Kundgebung zum 1. Mai 2018 in Berlin

Christian Hoßbach, DGB

Bei der größten Kundgebung in Berlin stellte der DGB-Bezirksvorsitzende Christian Hoßbach vor 14.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Kampf für gute Einkommen und Tarifbindung in den Mittelpunkt seiner Rede:

„Die Einkommen in Berlin und Brandenburg liegen immer noch unter dem Bundesdurchschnitt. Das muss sich ändern. Wir fordern die Landesregierungen dazu auf, verbindliche Strategie für eine Stärkung von Arbeit und Einkommen zu entwickeln. Entscheidend dafür ist eine höhere Tarifbindung. Die Landesregierungen sind deshalb dringend gefordert, die neuen europarechtlichen Spielräume zu nutzen und in den Vergabegesetzen Tariftreue einzufordern. Die Unternehmen nehmen wir in die Pflicht, die wirtschaftliche Entwicklung in der Region nachhaltig und fair zu gestalten. Es passt nicht zusammen, in Sonntagsreden über fehlende Fachkräfte zu klagen, aber von Montag bis Freitag die eigene Ausbildungsleistung zurückfahren und kaum in die Weiterbildung der Beschäftigten zu investieren. Den Schlüssel für eine Überwindung des Fachkräftemangels haben die Unternehmen selbst in der Hand“

Irene Schulz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, hielt auf der Berliner Gewerkschaftskundgebung eine engagierte Rede und motivierte die Gewerkschaftsmitglieder zu einem mutigen Eintreten für Vielfalt und gegen Rechts. „Berlin zeigt, dass diese Stadt eine offene, tolerante und friedliche Stadt ist! Wir halten entschlossen dagegen!“ rief sie den Kundgebungsteilnehmerinnen und –teilnehmern zu und erinnerte auf den Überfall der Nazis auf die Gewerkschaftshäuser vor 85 Jahren, am 2. Mai 1933. „Rechte Hetze, Hass und Gewalt werden wir Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter niemals akzeptieren!“ so Schulz weiter.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, sprach sich für eine sozial gerechte Gestaltung der Digitalisierung:

„Berlin ist schon heute die Stadt der Digitalisierung und Start-Ups. Erfolg muss aber auch bedeuten, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer davon profitieren. Auch in Start Ups müssen Arbeitsschutz, Ausbildung und Mitbestimmung groß geschrieben werden. Auch die Wirtschaft kann sich ein Beispiel am Land Berlin nehmen und die sachgrundlose Befristung abschaffen. Aber gerade heute müssen wir auch an die denken, denen Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe versagt wird. Ich will mit meinem Vorschlag für ein solidarisches Grundeinkommen eine Perspektive mit sozial sinnvoller Arbeit in einem guten, sozialversicherungspflichtigen Job geben.“ 

Die stellvertretende DGB-Bezirksvorsitzende, Sonja Staack, trat als Hauptrednerin in der Landeshauptstadt Potsdam vor 2.500 Menschen auf. Insgesamt gingen in Brandenburg gut 19.000 Menschen am Tag der Arbeit auf die Straße. Staack betonte in ihrer Rede:

„Die Politik der billigen Arbeit in Brandenburg ist vorbei. Bei den Beschäftigten gibt es ein zunehmendes Selbstbewusstsein, faire Löhne und Arbeitsbedingungen einzufordern. Es ist Zeit, dass die Unternehmen umdenken und einen Weg hin zu attraktiven Einkommen sowie zu gleichen Bedingungen in Ost und West einschlagen. Dafür muss auch das Land seinen Beitrag leisten und den öffentlichen Dienst konsequent zu einem Vorbild für Gute Arbeit entwickeln."

 


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