Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 35/13 - 05.09.2013
Gemeinsames Projekt von DGB und IHK Ostbrandenburg zieht Bilanz

Pflege ist Maßarbeit: Was Betriebe für Beschäftigte tun können

Das Thema Pflege von Familienangehörigen wird in den Betrieben mehr und mehr enttabuisiert. Das ist gut, denn die Brisanz des Problems wächst: Werden derzeit rd. 90.000 Pflegebedürftige in Brandenburg registriert, so wird die Zahl bis 2030 auf 130.000 im Lande angewachsen sein. Das war Grund genug für den DGB und die IHK Ostbrandenburg, ein Projekt zur Vereinbarkeit von Beruf, Pflege und Familie anzuschieben, das jetzt in die Zielgrade geht. Doro Zinke, Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg würdigte das gemeinsame Projekt als Beleg für einen konstruktiven Ansatz, um eine gewaltige Herausforderung zu bewältigen. Wenn jede dritte Arbeitnehmerin allein in Ostbrandenburg, so eine Umfrage unter 157 Firmen, angibt, sie müsse Familienangehörige betreuen, zeige dies die Dramatik auf.

Einige Betriebe reagierten bereits mit Betriebsvereinbarungen über flexible Arbeitszeit für betreuende Beschäftigte, unbezahlter Freistellung oder Sonderurlaub, um ihre Beschäftigten zu unterstützen. Vieles hänge von der Sensibilisierung der Geschäftsleitung und der Hartnäckigkeit der Betriebsräte ab, so Zinke. Arbeitnehmer, die pflegen, schränkten oft ihre Erwerbstätigkeit ein: Das habe empfindliche Auswirkungen auf das Familieneinkommen und damit auch auf die eigene Alterssicherung.

Der DGB unterstreicht deshalb seine Forderungen nach maßgeschneiderten Leistungen für Pflegebedürftige, attraktivere Lohn- und Arbeitsbedingungen für Beschäftigte sowie Anerkennung für pflegende Angehörige. Deshalb sei eine solidarische Finanzierung der Pflege, also eine bessere Finanzausstattung der Pflegeversicherung, dringend geboten.

 


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