Zu einem Eklat kam es heute am Schöneberger Robert-Blum-Gymnasium: Trotz wohlwollender Unterstützung durch die Schulleitung wurde der DGB-Jugend schließlich untersagt, ein bereits genehmigtes Projekt „Misch dich ein!“ zur Information über die Berliner Abgeordnetenhauswahlen und die BVV-Wahlen zu veranstalten. Im Rahmen des Projektes war vorgesehen, JungwählerInnen zu motivieren, ihr Wahlrecht wahrzunehmen.
Die DGB-Jugend hatte dafür Materialien der Landeszentrale für politische Bildung, des Landeswahlleiters sowie eigene Flyer verteilen wollen. Und obwohl die Schulleitung das Angebot zur politischen Bildung als „wichtiges und unterstützenswertes Ziel zur Steigerung der Wahlbereitschaft unter Jugendlichen“ tituliert hatte, kam dann das Aus. „Da hat augenscheinlich jemand kalte Füße bekommen“, kommentierte Doro Zinke, Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg, den Rauswurf der DGB-Jugend aus der Schule. Man habe bereits viele Seminare an dem Gymnasium in den vergangenen Jahren organisiert, jetzt sei den Verantwortlichen aufgefallen, dass Plakate und Give Aways das DGB-Logo trügen.
Zinke unterstrich, der DGB sei als Ergebnis seiner historischen Erfahrungen überparteilich: Doch trete man sehr wohl für eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse auch von Schülern und Auszubildenden ein. Das könne man einer Bürger- und Menschenrechtsbewegung wie den Gewerkschaften auch nicht zum Vorwurf machen. Die breite pluralistische Information der Schülerinnen und Schüler sei gewährleistet gewesen. Die DGB-Jugend biete seit Jahren auch an Berliner Schulen Seminare und Projekte an, die auf großes Echo und viel Akzeptanz stießen. Gerade Gymnasiasten sollte niemand unterstellen, sie seien nicht in der Lage zu differenzieren und sich gezielt zu informieren.
Die Aktion der DGB-Jugend war der Gesamtschulkonferenz bereits am 8. Juni 2011 am Robert-Blum-Gymnasium vorgestellt worden, ohne irgendwelche Einwände. Dass jetzt augenscheinlich Druck aus der Lehrerschaft entstehe, zeuge von mangelnder Courage, so die DGB-Chefin. Wer Jugendliche in Unmündigkeit halten wolle, erweise den Heranwachsenden und der Gesellschaft einen Bärendienst.
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