Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 17/17 - 08.05.2017
DGB Berlin-Brandenburg legt Rentenreport vor:

Altersarmut in der Region droht weiterhin / DGB fordert Stabilisierung des Rentenniveaus

Der DGB Berlin-Brandenburg hat zum dritten Mal seinen Rentenreport vorgelegt und darin eine fortbestehende Gefahr von Altersarmut in der Region festgestellt. Die durchschnittlichen Renten der Neurentner in Berlin und Brandenburg sinken inflationsbereinigt, der Anteil der Grundsicherungsempfänger steigt. In Berlin beziehen 5 Prozent der Rentner wegen ihrer Niedrigrente zusätzlich Grundsicherung im Alter. Der DGB fordert deshalb eine Stabilisierung des Rentenniveaus und eine mittelfristige Anhebung auf 50 Prozent. Der Report wird am Mittwoch im Rahmen einer Veranstaltung mit Brandenburgs Arbeitsministerin Diana Golze, Arbeitssenatorin Elke Breitenbach und DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach vorgestellt und diskutiert.

Gerade in Ostdeutschland sind die Menschen im Alter fast vollständig von der gesetzlichen Rente abhängig, 97 Prozent der Alterssicherungsleistungen kommen hier aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Bundesweit sind es nur 74 Prozent, weil in den alten Bundesländern mehr Ruheständler Betriebsrenten und ähnliche Alterseinkünfte erhalten. Auch die Massenarbeitslosigkeit in den Jahren nach der Wende habe die Rentenansprüche schwer beschädigt. „Im Osten geht es weiterhin nicht nur um den drohenden sozialen Abstieg in der Rente, sondern auch um Altersarmut“, warnt die DGB-Bezirksvorsitzende Doro Zinke. „Wir brauchen dringend eine Kehrtwende in der Rentenpolitik und mehr sichere und gut bezahlte Arbeit.“ 39 Prozent atypische Jobs – Leiharbeit, befristete Arbeitsverhältnisse, Midi-Jobs, Teilzeit und Mini-Jobs – in Berlin und Brandenburg seien ein hohes Risiko für die soziale Absicherung im Alter. Auch die Landespolitik muss nach Auffassung des DGB darum die Rahmenbedingungen für gute Arbeit schaffen. Prekäre Beschäftigung, Leiharbeit und Werkverträge müssten zurückgedrängt werden, der Vergabemindestlohn angehoben und der allgemeine Mindestlohn besser kontrolliert werden, heißt es in dem Rentenreport.

Die aktuellen Daten (2015): In Berlin (West) erhielten die Neurentner 734 Euro, in Berlin (Ost) 908 Euro und in Brandenburg 895 Euro. Besorgniserregend sind die Niedrigrenten: In Berlin (West) erhalten 33 Prozent der Männer und 34 Prozent der Frauen unter 750 Euro Rente. In Brandenburg muss jede fünfte Frau (21 Prozent) mit einer solchen Niedrigrente auskommen, in Berlin (Ost) betrifft dies 18 Prozent der Frauen. Auch bei Männern in Berlin (Ost) und Brandenburg trifft dies immerhin 15 Prozent.

Für Rückfragen zum Rentenreport: Christian Hoßbach, stellv. Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg, Tel. 030 21240-301.


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Porträt Annika Klose, Bild: DGB/Nina Lepsius

Annika Klose

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