Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 38/17 - 18.12.2017

DGB zum Berliner Betriebspanel: Unternehmen müssen in gute Arbeit investieren

Zum heute erschienen Betriebspanel Berlin 2016 erklärt Doro Zinke, Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg:

 „Die zunehmende Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse ist erfreulich, von guter Arbeit kann jedoch bei vielen Berliner Beschäftigungsverhältnissen keine Rede sein. Trotz einer mit 37 Prozent überdurchschnittlich hohen Nichtbesetzungsquote bei Fachkräftestellen ist bei vielen Unternehmen der Groschen noch nicht gefallen, dass sie in gute Arbeitsbedingungen investieren müssen um langfristig gute Arbeitskräfte zu bekommen. Da sich 81 Prozent der Berliner Betriebe nicht über eine Tarifbindung auf Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen festlegen wollen, ist es wenig verwunderlich, dass sich qualifizierte Beschäftigte andernorts bewerben.

Auch das Trauerlied der Unternehmen, sie müssten auf global wachsenden Wettbewerbsdruck mit einer Flexibilisierung und zunehmend befristeten Neuneinstellungen reagieren, geht an der Realität vorbei. Sichere Arbeitsplätze, gute Entlohnung und Mitbestimmung in den Unternehmen fördern die Produktivität und Kreativität der Beschäftigten, kurbeln den Konsum an und bilden die Basis für eine solide Berliner Wirtschaft.“

Zur Ausbildungsbeteiligung der Berliner Unternehmen ergänzt Zinke:

„Positiv zu bewerten ist die gestiegene Ausbildungsbeteiligung. Diese liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Pro Ausbildungsbewerberin oder Ausbildungsbewerber stehen in Berlin nur 0,5 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Hier muss die Politik tätig werden und den Unternehmen mit einer Ausbildungsplatzumlage auf die Sprünge helfen.“

 


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Porträt Annika Klose, Bild: DGB/Nina Lepsius

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