Trotz der guten wirtschaftlichen Entwicklung Berlins bleibt der Arbeitsmarkt eine große Baustelle: 50 Prozent der Arbeitslosen ohne Ausbildung, zu wenige Ausbildungsplätze und bundesweit eine der höchsten Unterbeschäftigungsquoten.
Durch die jüngsten Ergebnisse des DIW-Wochenberichts (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) sieht sich der DGB in seiner Kritik bestätigt. Doro Zinke, Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg: “Die massiven Einsparungen der Bundesregierung bei Qualifizierung und Umschulung rächen sich: Die Erwerbslosen stehen im Regen.
Die Verkündungen der Wirtschaftsverbände, angeblich mehr Ausbildungsplätze anzubieten in Zeiten des Fachkräftemangels, erweisen sich als bloße Versprechungen.“
Die Jugendlichen haben das Nachsehen. Laut jüngstem Arbeitsmarktbericht der Arbeitsagentur sind in der Region knapp 40.000 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Beschäftigung. Aufgrund der Rotstiftpolitik der Bundesregierung fehlen allein der Region Berlin-Brandenburg ca. 28 Prozent der Fördermittel für Weiterbildung: Eine unsoziale und politisch kurzsichtige Politik nennt das die DGB-Vorsitzende.
Mit ihrer Arbeitslosenquote liegt die Hauptstadt laut DIW noch über der Quote von wirtschaftlich gebeutelten Städten wie Dortmund und Duisburg. Die DGB-Chefin verweist zudem auf die hohe Akademikerarbeitslosigkeit in der Stadt hin. Mehr als 20.000 seien arbeitslos gemeldet. Sie stellten ein erhebliches Potenzial dar, um die Fachkräftelücke zu schließen. Da jeder zweite Akademiker nach seinem Studium die Stadt wieder verlasse, weise dies darauf hin, dass der Arbeitsmarkt in der Region augenscheinlich nicht so attraktiv sei, befürchtet Zinke.
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