Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 40/15 - 11.09.2015

Herzlichen Glückwunsch Kinder von Golzow!

„Wir freuen uns, dass es gelungen ist, in der Grundschule „Kinder von Golzow“ im brandenburgischen Märkisch-Oderland auch dieses Jahr wieder eine erste Klasse einzurichten“, kommentiert die DGB-Bezirksvorsitzende Doro Zinke die Einschulung der Erstklässler. „Dass gerade der Zuzug zweier syrischer Familien mit schulpflichtigen Kindern ins Dorf für die notwendige Mindestschülerzahl gesorgt hat, ist besonders bemerkenswert. Es zeigt, welche Chancen mit der Aufnahme von Flüchtlingen gerade für bevölkerungsarme und struktur-schwache Regionen verbunden sein können“, erklärt die DGB-Bezirksvorsitzende Doro Zinke weiter. „Jede neue erste Klasse sichert das Fortbestehen der Schulen, und der Fortbestand von Schulen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erhalt und die Entwicklung einer Region.“

Der Einschulung ging ein Tauziehen zwischen der Gemeinde Golzow und dem zuständigen Schulamt in Frankfurt voran. In der berühmten Grundschule „Kinder von Golzow“ wäre in diesem Jahr beinah keine erste Klasse zusammen gekommen, da die Schulbehörde am Stichtag im Mai 2015 die Anmeldung von nur 14 Kinder für das Schuljahr 2015/16 registrierte – ein Kind zu wenig für eine neue erste Klasse. Nicht selten nutzt das Land eine solche Konstellation, um Lehrerstellen und damit Geld einzusparen. Doch die Gemeinde und auch viele Eltern kämpften für eine neue erste Klasse und damit langfristig auch für den Erhalt ihrer Grundschule. Schließlich gelang es der Gemeinde, zwei syrische Familien mit Kindern in das Dorf zu holen und damit auch in diesem Jahr eine erste Klasse in der Grundschule einzurichten. Die Schule „Kinder von Golzow“ wurde durch die bislang längste Dokumentation in der Filmgeschichte bekannt, mit der ab 1961 die Lebenswege von damals 18 Erstklässlern bis 2007 beobachtet wurden.

„Wir müssen nicht groß darüber diskutieren, dass sich in Brandenburg ein demographischer Wandel vollzieht, der für viele ländlichen Regionen am Rande mit einem kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang einhergeht“, stellt die DGB-Bezirksvorsitzende klar. „Aber wir werden diese Entwicklung sicher nicht mit weiteren Schulschließungen aufhalten. Was wir Seite 2 von 2 der Pressemitteilung 40/15 brauchen, sind stabilisierende Investitionen in öffentliche Infrastruktur und Daseinsvorsorge. Schulen und Bildungseinrichtungen sind dabei absolut zentral“, fordert Doro Zinke. Investitionen in die Daseinsvorsorge (z. B. Schulen, Kitas sowie Bahn- und Nahverkehr) sind nach Ansicht des DGB wichtige Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Neuansiedlung, Zuzug von Menschen und eine selbsttragende wirtschaftliche und soziale Entwicklung.


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Ansprechpartnerin Presse

Porträt Annika Klose, Bild: DGB/Nina Lepsius

Annika Klose

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