Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 24/16 - 13.12.2016
Berufliche Bildung

Ausbildungsreport 2016: Jeder zweite überlastet

Die duale Berufsausbildung kann ein gelungener Einstieg in das Berufsleben sein – aber nicht immer klappt das. Die DGB-Jugend Berlin-Brandenburg hat am Dienstag ihren 11. Ausbildungsreport vorgelegt und zeigt darin auf, dass Ausbildungsmängel wie unbezahlte Überstunden und das Nacharbeiten von Berufsschultagen nach wie vor Alltag sind. Insgesamt äußern sich drei Viertel der Azubis allerdings zufrieden mit ihrer Ausbildung. „Psychische Belastungen waren dieses Jahr ein Schwerpunkt des Ausbildungsreports, und die Ergebnisse machen uns Sorgen“, erklärt die DGB-Vorsitzende für Berlin und Brandenburg, Doro Zinke. Rund ein Viertel der Jugendlichen fühle sich durch lange Fahrtzeiten belastet, 17 Prozent durch Leistungs- und Zeitdruck, 15 Prozent klagten über ständige Erreichbarkeit.

 „Die Hälfte der Azubis geht immer oder häufig trotz Krankheit zur Arbeit, das ist ein Alarmsignal“, sagte Zinke. Jeder zweite Auszubildende fühle sich in mindestens einem der im Report abgefragten Bereiche in hohem oder sehr hohem Maße belastet. Jeder fünfte Auszubildende habe laut Report schon intensiv an einen Abbruch der Ausbildung gedacht. „Das muss man ernst nehmen“, kommentiert die DGB-Bezirksvorsitzende, „immerhin jeder dritte Ausbildungsvertrag in der Region wird vorzeitig gelöst – mit entsprechenden negativen Folgen für die Jugendlichen und die Betriebe.“

 Einen Zusammenhang gibt es zwischen hoher Ausbildungsqualität und dem Vorhandensein einer betrieblichen Interessenvertretung: Da wo Tarifverträge gelten und es eine Jugend- und Auszubildendenvertretung bzw. einen Betriebs-/Personalrat gibt, berichten die Jugendlichen wesentlich positiver über ihre Ausbildung.

Für den 11. Ausbildungsreport (2016) der DGB-Jugend Berlin-Brandenburg wurden rund 2500 Jugendliche zu ihrer Ausbildung befragt. Damit liefert der Ausbildungsreport eine umfassende Bestandsaufnahme der Situation von Auszubildenden in der Region aus Perspektive der jungen Leute.

 


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Porträt Annika Klose, Bild: DGB/Nina Lepsius

Annika Klose

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