Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 03/14 - 27.01.2014
DGB verweist auf niedrige Quote an Ausbildungsbetrieben

"Krokodilstränen" wegen des Fachkräftemangels

Auf Unverständnis stößt beim DGB das Lamento aus den Reihen der Wirtschaftsverbände über fehlende Auszubildende. „Wer heute über den Fachkräftemangel klagt, der hätte gestern ausbilden können“, so Doro Zinke, Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg. Lediglich 13,5 Prozent aller Betriebe der Hauptstadt bildeten heute noch aus; auch hier trage Berlin leider die rote Laterne. Den angeblich „nicht ausbildungsreifen Jugendlichen“ den Schwarzen Peter unterzuschieben zu wollen, werde auch durch andauernde Wiederholung nicht origineller, sagte Zinke.

Rund 14.000 Jugendliche befänden sich in Berlin in sog. Warteschleifen oder zählten zu den „unversorgten“ Bewerbern (Altnachfrage). Eine dankbare Aufgabe für Unternehmen, ihre Rosinenpickerei zu beenden und einmal auf unkonventionelle Art jugendlichen Bewerbern eine Chance auf eine Ausbildung einzuräumen. Einige Unternehmen hätten hier bereits neue Wege beschritten.

Die DGB-Vorsitzende erinnerte an den Ausbildungsreport der DGB-Jugend 2013, in dem u.a. auf die teilweise miserablen Ausbildungsbedingungen hingewiesen wurde: So müssten rd. 30 Prozent aller Jugendlichen ausbildungsfremde Tätigkeiten ausführen; jeder vierte habe keinen Ausbildungsplan oder müsse sogar Überstunden ableisten. Die Zeit sei überreif, sich Gedanken zu machen über verbesserte Rahmenbedingungen in den Betrieben und die dann auch umzusetzen, so Zinke.


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Porträt Annika Klose, Bild: DGB/Nina Lepsius

Annika Klose

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