Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 25/17 - 09.08.2017

DGB kritisiert Anstieg der Leiharbeit in Berlin und Brandenburg

62.000 von teils prekären Arbeitsbedingungen betroffen

39.825 Leiharbeitsbeschäftigte in Berlin, 22.174 in Brandenburg: Für die Betroffenen bedeutet das häufig prekäre Arbeitsbedingungen, kritisiert der Deutsche Gewerkschaftsbund. „In der Leiharbeit wird nur 58 Prozent des Durchschnittslohns gezahlt, und Arbeitsverträge sind oft von kurzer Dauer“, kritisiert Doro Zinke, Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg. „Arbeitsverhältnisse, die meist nach weniger als drei Monaten enden, bedeuten ständige Existenzangst.“ Vor allem einfache Tätigkeiten würden häufiger in unsichere Leiharbeits-Jobs ausgelagert, um den Lohn zu drücken. Die Arbeitsbedingungen in der Leiharbeit seien oft schlechter, etwa bei Pausen- und  Urlaubsregelungen, und der Krankenstand höher.

Der problematische Trend zeigt sich in Berlin und Brandenburg genauso wie deutschlandweit: In Brandenburg stieg die Zahl der Leiharbeitnehmer von 18.193 im Jahr 2013 auf inzwischen 22.174 (stand 31.12.2016), in Berlin von 33.905 auf 39.825, wie die Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage mitgeteilt hat. „In dem massiven Anstieg von Leiharbeit stehen nicht nur Auftragsspitzen von Unternehmen, sondern auch systematisches Lohn- und Sozialdumping“, kritisiert Zinke.  

 Hintergrund:

DGB: Prekäre Beschäftigung. Herausforderung für die Gewerkschaften, https://www.dgb-bestellservice.de/besys_dgb/pdf/DGB21409.pdf, S. 13ff

 


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Porträt Annika Klose, Bild: DGB/Nina Lepsius

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